Elementare oder modulare Bauweise: Welche Lösung passt zum Wohnbauprojekt?
Elementierte und modulare Bauweisen nutzen beide Vorfertigung, sind aber nicht identisch. Bei der elementierten Bauweise werden flächige Bauteile wie Wände, Decken oder Dächer vorgefertigt. Bei der modularen Bauweise entstehen räumliche Einheiten, die auf der Baustelle miteinander verbunden werden.
Für Investoren ist nicht die Frage entscheidend, welche Bauweise allgemein besser ist. Entscheidend ist, welche Lösung zu Projektgröße, Grundstück, Wohnungsgrundrissen, Genehmigung, Logistik, Kostenstruktur und späterem Betrieb passt.
Erlbach Bau bietet in Niederbayern elementierte und modulare Bauweisen sowie Rohbau und schlüsselfertiges Bauen an.
Elementierte Bauweise: Bauteile mit hohem Vorfertigungsgrad
Elementierte Bauweisen arbeiten mit vorgefertigten Bauteilen. Dazu können gehören:
- Außen- und Innenwände,
- Decken,
- Dach- und Fassadenelemente,
- Treppen,
- Installationswände,
- weitere ausbaunahe Bauteile.
Die Elemente werden zur Baustelle transportiert, montiert und mit weiteren Bauteilen und Gewerken verbunden.
Modulare Bauweise: Vorgefertigte Raumvolumen
Bei der modularen Bauweise werden räumliche Module oder Raumzellen hergestellt. Je nach System können sie bereits einen Teil des Innenausbaus enthalten.
Mögliche Bestandteile sind:
- Boden, Wände und Decke,
- Fenster und Türen,
- Installationen,
- Oberflächen,
- Sanitärräume,
- technische Einbauten.
Die Gebäude entstehen durch das Zusammensetzen dieser Module. Dadurch wird die Grundrissplanung stärker von Modulmaßen und Verbindungspunkten geprägt.
Vergleich der wesentlichen Kriterien
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Kriterium |
Elementierte Bauweise |
Modulare Bauweise |
|---|---|---|
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Vorgefertigt werden |
Flächige Bauteile |
Räumliche Einheiten |
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Planungsschwerpunkt |
Bauteilraster, Fugen und Anschlüsse |
Modulmaße, Raumzellen und Verbindungen |
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Grundrissflexibilität |
Häufig größer innerhalb des Systems |
Stärker von Modulmaßen abhängig |
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Vorfertigungsgrad |
Unterschiedlich, je nach Bauteil |
Häufig hoch, abhängig vom Modulkonzept |
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Baustellenablauf |
Elemente werden montiert und ergänzt |
Module werden aufgestellt und verbunden |
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Logistik |
Transport und Montage großer Bauteile |
Transport ganzer Raumvolumen und Kranlogistik |
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Änderungszeitpunkt |
Vor Fertigungsfreigabe wichtig |
Vor Modulproduktion besonders wichtig |
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Ausbau vor Ort |
Je nach System umfangreicher |
Je nach System geringer |
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Betrieb |
Von Konstruktion und Ausstattung abhängig |
Von Modulverbindungen und Technikzugang abhängig |
Die konkreten Eigenschaften müssen immer anhand des jeweiligen Systems und Angebots geprüft werden.
Kriterium 1: Projektgröße und Wiederholbarkeit
Investoren sollten prüfen, wie stark sich Grundrisse, Bauteile und Ausstattungen wiederholen. Wiederholbare Lösungen können die Planung und Fertigung strukturieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Projekt identisch ausgeführt werden muss.
Fragen sind:
- Wie viele Einheiten werden benötigt?
- Welche Grundrisse wiederholen sich?
- Welche Bauteile können standardisiert werden?
- Welche Unterschiede sind aus Genehmigungs- oder Vermietungsgründen erforderlich?
- Welche Ausstattung soll einheitlich sein?
Kriterium 2: Grundstück und Logistik
Die Grundstückslogistik kann die Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Zu prüfen sind:
- Zufahrt,
- Transportwege,
- Kurven und Engstellen,
- Durchfahrtshöhen,
- Kranstandort,
- Schwenkbereich,
- Montage- und Lagerflächen,
- Nachbarbebauung,
- Leitungen und Bäume.
Bei mehreren Wohneinheiten muss zusätzlich die Reihenfolge der Anlieferung und Montage organisiert werden.
Kriterium 3: Planungs- und Änderungslogik
Vorfertigung verlangt frühe Entscheidungen. Änderungen nach Produktionsfreigabe können Auswirkungen auf Kosten, Termine, Fertigung und Montage haben.
Investoren sollten deshalb einen verbindlichen Entscheidungsplan aufstellen:
- Grundrissfreigabe,
- Gebäudehülle,
- Fenster und Türen,
- Installationen,
- Ausstattungsstandard,
- Modul- oder Elementfreigabe,
- Transport- und Montageplanung.
Kriterium 4: Kostenvergleich
Ein seriöser Kostenvergleich muss denselben Fertigstellungsstand abbilden. Zu berücksichtigen sind:
- Planung und Genehmigung,
- Gründung,
- Herstellung,
- Transport,
- Kran und Montage,
- Anschlüsse,
- Innenausbau,
- Haustechnik,
- Außenanlagen,
- Hausanschlüsse,
- Dokumentation,
- Eigenleistungen oder weitere Gewerke.
Ein niedrigerer Preis für ein Modul oder Element bedeutet nicht automatisch niedrigere Gesamtkosten. Entscheidend ist die Summe aller Projektbestandteile.
Kriterium 5: Betrieb und Anpassbarkeit
Investoren sollten nicht nur auf die Herstellung schauen. Für Vermietung oder Verkauf können auch folgende Punkte relevant sein:
- Alltagstauglichkeit der Grundrisse,
- Schallschutz,
- Robustheit der Oberflächen,
- Wartungszugang,
- Austauschbarkeit technischer Komponenten,
- spätere Umnutzung,
- Barrierearmut,
- Energie- und Betriebskosten.
Ein zukunftsfähiges Konzept berücksichtigt die Nutzung über den gesamten Lebenszyklus.
Kriterium 6: Leistungsumfang und Schnittstellen
Vor der Beauftragung muss klar sein, wer für welche Leistung verantwortlich ist. Besonders wichtig sind:
- Fundament und Bodenplatte,
- Fertigung,
- Transport,
- Kran,
- Montage,
- Abdichtung,
- Haustechnik,
- Innenausbau,
- Außenanlagen,
- Abnahme,
- Übergabeunterlagen.
Bei Erlbach Bau können elementierte oder modulare Bauweisen mit Rohbau oder schlüsselfertigem Bauen verbunden werden. Der konkrete Leistungsumfang ist projektbezogen festzulegen.
Entscheidungshilfe
Elementierte Bauweise kann interessant sein, wenn ...
- individuelle oder unterschiedlich große Grundrisse geplant werden,
- flächige Bauteile effizient vorgefertigt werden können,
- vor Ort noch ein größerer Ausbauanteil vorgesehen ist,
- Bauteilraster und Montage gut organisierbar sind.
Modulare Bauweise kann interessant sein, wenn ...
- ein hoher Vorfertigungsgrad gewünscht ist,
- Raumzellen wiederholt eingesetzt werden können,
- Grundstück und Transport geeignet sind,
- Grundriss und Ausstattung früh festgelegt werden können.